Rezension: Thomas Schlesser, Monas Augen. Eine Reise zu den schönsten Kunstwerken unserer Zeit, Piper Verlag München 2024
Thomas Schlesser ist Kunsthistoriker in Paris. „Monas Augen“ ist als sein erster Roman erst 2024 erschienen und schon in über 30 Sprachen übersetzt!
Das wundert nicht, denn es ist sowohl eine spannend angelegte, ausgezeichnete Einführung in die Kunstgeschichte, als auch eine wunderschöne Erzählung einer Großvater-Enkelin-Beziehung:
Die zehnjährige Mona droht zu erblinden. Statt mit ihr zum Kinderpsychiater zu gehen, wie es der Großvater den Eltern versprochen hat, eröffnet er ihr die ganze Welt der bildenden Kunst, damit sie all das in sich aufgenommen hat, falls es zur Erblindung kommt. Einmal in der Woche besucht er - der selbst ein hervorragender Kunstkenner ist - mit ihr die großen Pariser Museen,
aber sie widmen sich jedes Mal nur einem einzigen Werk. (Alle 52 Bilder und Plastiken sind übrigens auf den inneren Einbandseiten abgebildet, so dass man beim Lesen selbst ein Miniaturabbild betrachten kann). Er lässt seine kleine Enkelin eintauchen in das Bild oder die Plastik und führt dann mit ihr ein Gespräch darüber. So können auch die Leser und Leserinnen ganz viel von diesem Kunstwerk entdecken - durch Monas Augen.
Und am Ende geht alles gut aus.
Empfohlen von H-G Liegener