Susanne Gogas neuestes Buch spielt in den „wilden Jahren“ direkt nach dem ersten
Weltkrieg, hauptsächlich im Jahr 1919 in Düsseldorf und Umgebung. Das linksrheinische
Gebiet (und damit auch die entsprechenden Stadtteile Düsseldorfs) stehen unter
belgischer Besatzung; im rechtsrheinischen Teil Düsseldorfs werden Freikorps gegen die
aufständischen Arbeiter eingesetzt. Auf diesem Hintergrund erleben wir die Geschwister
Thora und Hannes Benrath,die aus einer Textilfabrikantenfamilie aus Mönchen-Gladbach
stammen und einander sehr nahe stehen. Thora hat sich mit Unterstützung ihres Bruders
durchgesetzt und besucht die Schauspielschule; Hannes dagegen hat nach seiner
Rückkehr aus dem Krieg noch nicht den Mut gefunden, seinen eigenen Weg zu gehen.
Zu Beginn des Romans wird er bei einem ermordeten früheren Offizier festgenommen und
inhaftiert. Weil der Augenschein für ihn als Täter spricht, kann nur Thora versuchen, den
Hergang aufzuklären und damit hoffentlich ihren Bruder befreien.
Auch wenn dieser Kriminalfall eine wichtige Rolle im Buch spielt, ist es keineswegs nur
ein Krimi: Vielmehr geht es um Liebe, Treue, Loyalität und Hoffnung in einer sehr
schwierigen Zeit.
Wie immer, hat Susanne Goga den (lokal-) historischen Hintergrund gründlich und genau
recherchiert, so dass man auch viel über diese Zeit in Düsseldorf und die damalige
Schauspiel-Ausbildung dort erfährt - und der berühmte Gustaf Gründgens kommt zu
Recht auch vor!
Ich fand das Buch absolut lesenswert und spannend!
Empfohlen von H-G Liegener